Die dritte Kriminacht im Wiener Kaffeehaus
Freitag, 1. Juni 2007 ab 21 Uhr
Internationale Krimistars wie Petros Markaris, Veit Heinichen, Magdalen Nabb & österreichische Starautoren wie Gabriel Barylli, Stefan Slupetzky oder Sabina Naber lesen in Wiener Kaffeehäusern
Und: Die Kriminacht ist heuer erstmals auch international: Von Berlin bis Palermo kann man sich in zahlreichen Kaffeehäusern an spannenden Texten erfreuen.
Krimis zum heißen Kaffee gibt es bereits zum 3. Mal am Freitag, dem 1. Juni 2007, in vielen Wiener Kaffeehäusern, denn da steigt bereits die dritte Auflage dieses größten Festes des Krimigenres, und diesmal nicht nur in Wien, sondern sogar in halb Europa: Von Berlin über Budapest bis Palermo werden bei den Kriminächten im Kaffeehaus Krimiautoren aus ihren Werken vorlesen und dem Publikum gehörig die Nerven kitzeln – ein österreichisches Konzept auf internationalem Erfolgskurs – was aber nicht heißt, dass diesmal nicht wieder zahlreiche internationale Krimistars auf einen Kleinen Schwarzen in Wien vorbeikommen.
Aus Triest reist etwa der 1957 in Deutschland geborene Veit Heinichen an. Nach Triest, seiner zukünftigen Heimat, kam er erstmals 1980 und hier erweckte er auch Commissario Proteo Laurenti zum Leben, der in bislang vier Romanen den Verbrechern in der Stadt am Karst auf der Spur ist.
Aus Florenz kommt – wie im Vorjahr – die Italo-Engländerin (und bekennende Wien- und Wein-Freundin) Magdalen Nabb, deren Maresciallo Guarnaccia schon seit Jahren erfolgreich am Arno ermittelt. Ihrem Debüt-Roman aus dem Jahre 1981, „Tod eines Engländers“, wurde von niemand Geringerem als Georges Simenon mit einem „Bravissimo!“ besonderes Lob gespendet.
Zwischen Istanbul und Berlin pendelt Esmahan Aykol, 1970 in Edirne geboren. Nach einem Jus-Studium versuchte sie sich auch als Bar-Besitzerin und landete mit ihrem Erstlingsroman „Hotel Bosporus“ um die Krimi-Buchhändlerin Kati Hirschel, die zur Detektivin avanciert, einen Sensationserfolg sowohl in der Türkei wie auch in Deutschland.
Und Petros Markaris, einer der ganz Großen der internationalen Krimi-Szene, hat ganz besondere Österreich-Bezüge: Als Sohn eines armenischen Kaufmannes und einer griechischen Mutter in Istanbul (1.1.1937) geboren, besuchte er das berühmte österreichische Gymnasium in Istanbul und studierte nach seinem Abitur auch einige Jahre in Wien. Er spricht und schreibt Griechisch, Türkisch und Deutsch und hatte eine Zeit lang sowohl die griechische als auch die türkische Staatsbürgerschaft.
In „Nachtfalter“ (1998) schickt Markaris seinen Kommissar in die Welt der Athener Bouzouki-Bars mit den dazugehörigen Schönen und Reichen: „Die wahren Verbrecher haben heute keine Schusswaffen mehr, sie sitzen in reichen Häusern und lenken von dort aus ihre ,Geschäfte‘. Das wahre Verbrechen ist globalisiert und investiert Geld ins Verbrechen, damit macht man das ganz große Geld und diese wahren Verbrecher sind sehr schwer zu fassen. Was mich interessiert, ist die Verknüpfung von sozialen Umständen mit menschlicher Tragödie.“
Aber auch die österreichischen Autoren kommen bei der 3. Kriminacht in den Wiener Kaffeehäusern nicht zu kurz: Allen voran der überaus erfolgreiche Theaterautor Gabriel Barylli, der seinen neuen Roman „Ballerina“, in dem es um einen Mordfall in der Opernwelt geht, im Café Landtmann vorstellt (in dem auch Veit Heinichen lesen wird), Stefan Slupetzky wird im „Thalia Wien 3“ zu erleben sein, Adi Hirschal im Café Korb aus dem neuen Buch der diesjährigen Glauser-Preisträgerin Sabina Naber, „Der letzte Engel springt“, lesen (Naber selbst im Café Stein), Wolfgang Böck, als „Trautmann“ selbst krimierprobt, liest im Café Hummel Peter Pauswek, Eva Rossmann wird auf der „summer stage“ lesen und kochen.
Mundl-Legende Ernst Hinterberger, soeben mit dem „Goldenen Rathausmann“ ausgezeichnet, präsentiert seinen neuen Trautmann-Krimi „Mord im Prater“ im Café Museum, Bibiane Zeller ist mit Petros Markaris in der Fernwärme Wien zu sehen, Esmahan Aykol in der Hauptbücherei, Santo Piazzese natürlich im neuen „Café Markusplatz“ in der Inneren Stadt, Thomas Raab im Radiokulturcafé, Edith Kneifl in der Wienbibliothek im Wiener Rathaus.
KR Günter Ferstl, Obmann der Fachgruppe Wien der Kaffeehäuser, freut sich auf die bereits 3. Kriminacht: „Nach dem überaus großen Erfolg bei der Premiere konnten wir im letzten Jahr die Anzahl der teilnehmenden Kaffeehäuser mehr als verdoppeln, in manchen lasen sogar zwei Autoren zu unterschiedlichen Zeiten! Wir wollen mit dieser Aktion durchaus die Erinnerung an die großen Zeiten der Wiener Literaten-Cafés aufrechterhalten, gleichzeitig aber auch unsere Kaffeehäuser als Orte der Begegnung vorstellen.“
In diesem Jahr werden über 60 Autoren und Vortragende in über 40 Kaffeehäusern zu erleben sein, dazu gibt es noch die Kriminacht in Berlin, Leipzig, Prag, Budapest, Sopron, Bratislava, Hermannstadt, Warschau, Palermo und ...
Der Eintritt ist wie gewohnt frei, Reservierungen direkt in Ihrem Kaffeehaus.